Tim Dinter

Tim Dinter ist zwar 1971 in Hamburg geboren, jedoch aufgewachsen an vielen Orten: Bonn, Bayern, Brüssel und London. Heute lebt und arbeitet er in Berlin, seinem zehnten Wohnort. Die Faszination für Comics war schon sehr früh da. »Tim & Struppi« von Hergé war nicht nur wegen der Namensgleichheit der erste große und bleibende Eindruck. Im Alter von vierzehn Jahren fing Dinter dann auch mit dem Zeichnen eigener Comics an, inspiriert von den älteren Cousins, die Fanzines herausgaben und bis heute Comics machen. Als er in Brüssel, der Heimat seines grossen Vorbildes Hergé, die deutsche Schule besuchte, organisierten seine Eltern ein Treffen mit Bob de Moor, der damals das Studio Hergé leitete. Bob de Moor ermunterte den jungen Zeichner weiterzumachen und eine Schule für Comics zu besuchen. So besuchte Dinter 1987 Alain Goffins Klasse für »Bande Dessinée« an der École des Arts.

1994 zog er für das Studium Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Illustration an der Kunsthochschule Weißensee nach Berlin. Gemeinsam mit Kommilitonen Kai Pfeiffer, Ulli Lust, Mawil, Kathi Käppel und Jens Harder gründete er 1999 die Zeichnergruppe »monogatari - Bilder für Leser«. In dieser Zeit entstanden mehrere Comicgeschichten zusammen mit Kai Pfeiffer. So auch »Alte Frauen«, das Dinters Diplom- und Abschlussarbeit an der KHB wurde. Der Band wurde im Jahr 2002 mit einem ICOM Independent-Preis ausgezeichnet. 2001 sorgte Ihr Band »Alltagsspionage, Comicreportagen aus Berlin« für Aufsehen und brachte auch Dinter die ersten Aufträge. Darunter den täglichen Strip »Der Flaneur« für die damaligen Berlinerseiten der FAZ. Fortan wurde er als Illustrator und Comiczeichner von Magazinen und Zeitungen gebucht, wenn es darum ging, ein »authentisches Berlingefühl« zu zeichnen. 2005 reiste er nach Israel, um für ein vom Goethe-Institut in Tel Aviv initiiertem Projekt zu recherchieren. Im Austausch machten sich jeweils drei israelische (Yirmi Pinkus, Rutu Modan und Guy Morad), und drei deutsche Zeichner (Jens Harder, Jan Feindt und eben Tim Dinter) in das jeweilige andere Land auf, um Ihre persönlichen Reportagen aufzuzeichnen. Die jeweiligen Ergebnisse wurden in dem Band Cargo, Comicreportagen Israel - Deutschland im avant-verlag veröffentlicht.

Seit einigen Jahren zeichnet Tim Dinter regelmäßig für den Berliner Tagesspiegel. Ein Sammelband dieses Strips Lästermaul und Wohlstandskind erschien 2011 beim avant-verlag.